Die Dummheit stirbt nie aus

Es ist eine Binsenweisheit, dass die Dummheit nicht ausstirbt, dennoch ist es meist schwer zu verstehen, was Menschen so von sich geben.

Der Anlass zu diesem Artikel ist mein Erlebnis bei der Messe Reiselust in Bremen, wo wir mit einem Stand für unsere Region Marken vertreten waren.

Fermo Piazza del Popolo
Fermo Piazza del Popolo

Die meisten Besucher unseres Standes fanden es sehr gut, dass wir, eine Gruppe von Hoteliers und einem Produzenten von Wein, Olivenöl und Honig, für unsere Region Werbung machen und waren sehr interessiert, diese herrliche Gegend trotz der Erdbeben zu besuchen. Ich bin für die Wahrheit, denn für meine Erklärungen muss ich geradestehen, daher erläuterte ich auch, welches Gebiet schwer von den Erdbeben betroffen ist und dass wir noch immer leichte Erdstöße haben, was sich sicher noch über etliche Wochen hinziehen wird. Die Erde muss sich erst wieder allmählich beruhigen und dies geschieht nicht von einem Tag auf den anderen.

90% unserer Region haben keine Schäden erlitten, die neuralgischen Punkte befinden sich in den Sibillinischen Bergen und dann auch partiell in unseren Nachbarregionen Umbrien, Abruzzo und Lazio, wo die Schäden gewaltige Ausmaße haben. Wir haben nicht nur wertvolle und einzigartige Kunstschätze verloren. Die weitaus schlimmere Auswirkung ist, dass sehr viele Menschen alles verloren haben und nun, zu Beginn des Winters, in den Zelten des Hilfswerks leben oder in den Turnhallen, öffentlichen Gebäuden und anderen Räumlichkeiten, die Notbetten aufgestellt haben. Wer einen Wohnwagen hat lebt dort, denn es werden erst alle Gebäude geprüft, bevor die Besitzer in ihre Häuser zurückkehren dürfen – sofern sie überhaupt noch stehen.

Zurück zu einigen Messebesuchern. Ich musste mir solche Bemerkungen anhören, ob wir einen Katastrophentourismus propagieren! Die – glücklicherweise wenigen Besucher mit solchen Aussagen – führten an, dass sie eine Reise wünschen, wo die Erde nicht bebt und möchten nichts von irgendwelchen Schäden sehen oder hören. Ich antwortete darauf, dass es dann besser wäre, sie würden überhaupt zu Hause bleiben, denn

November in den Marken
November in den Marken

es gibt keinen Ort auf dieser Welt, an dem man 100% sicher sein kann. Dazu habe ich mich schon in meinem letzten Artikel geäußert.

Es ist vollkommen in Ordnung, dass niemand seinen Urlaub, diese wenige Zeit im Jahr, die der Erholung gewidmet sein sollte, mit Blick auf zerfallene Orte und Gebäude verbringen möchte. Dafür haben wir hier in den Marken noch alle die Herrlichkeiten, und das sind sehr viele, die von den Erdbeben unberührt geblieben sind und die eine Reise nach wie vor lohnen. Das Entscheidende ist, dass wir überhaupt Besucher haben, damit gerade die betroffenenen Gegenden tatkräftig unterstützt werden können und dass die ohnehin schwer geschädigten Menschen wieder Hoffnung gewinnen.

Natürlich steht auch der italienische Staat mit Hilfe zur Verfügung, aber die Mühlen mahlen langsam und es gibt kaum jemanden, der es sich leisten kann, laFrüchte des Wintersnge Monate ohne Arbeit zu sein.

Ich möchte hier ein einfaches Beispiel anführen: Ein Hotel in den Hügeln hat immer sein Brot von einem Bäcker in Accumoli bezogen, der für sein erstklassiges Brot bekannt war/ist. Am 30. Oktober wurde diese Bäckerei vollkommen zerstört. Hat das Hotel Gäste wie immer kann auch der Bäcker an den Wiederaufbau gehen. Fehlen in den Marken die Touristen schließt sich ein Teufelskreis. Natürlich ist dieses Beispiel sehr vereinfacht ausgedrückt, aber ich wollte damit die Problematik verdeutlichen.

Die Marchigianer setzen alles daran, dass wir wieder werden, was wir immer waren: das Land der Harmonie und sicher die landschaftlich schönste aller italienischen Regionen.

Für alle, die eine Reise in die Marken planen, stehe ich gerne mit Auskünften zur Verfügung, um Sie darüber zu informieren, wie die jeweils aktuelle Lage ist: info@kastner-marche-ital.de

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