Olivenöl – Gold des Südens

Vor etlichen Jahren war Olivenöl in Deutschland noch ein Exot unter den Ölen. Mittlerweile ist es nicht nur « in » sondern wird auch von vielen anstelle von anderen Ölen geschätzt.

Olivenöl-Märchen

Oliven, Gold Italiens
Oliven, Gold Italiens

Bis hierher ist auch noch alles klar und übersichtlich. Das dicke Ende kommt nach, denn leider sind mit Olivenöl die besten Ammenmärchen verbunden.

Dazu gehört :

– Olivenöl kann man nur für Salate verwenden
– Olivenöl kann man nicht erhitzen
– Olivenöl ist nicht sehr lange haltbar

Eines vorweg, was mich immer sehr amüsiert. Es wird immer Olivenöl extra vergine verlangt und natürlich kalt gepresst. Ich erlaube mir immer nachzufragen, was eigentlich unter extra vergine zu verstehen ist. In 99 % ist die Antwort : natürlich erste Pressung.

Die erste Pressung

Olivenölhersteller bei der Erläuterung einer Verkostung
Olivenölhersteller bei der Erläuterung einer Verkostung

Die erste Pressung ist es bei guten Ölmühlen ohnehin, denn alles was nochmals gepresst wird kann man als Maschinenöl verwenden – oder es wird so aufbereitet, dass es zu einem ultragünstigen Preis verkauft wird. Das sind dann die von mir genannten Industrieöle. Extra vergine hat mit der Pressung so gut wie nichts zu tun ! Es bedeutet, dass der Säuregehalt des Olivenöls unter 0,8 % liegen muss. Bei Olivenölen aus wirklich guten Ölmühlen und keinen Industrien liegt dieser Prozentsatz deutlich darunter, nämlich bei maximal 0,2 %. Hinzu kommt, dass es sich um eine sehr sanfte Pressung handelt, die um ca. 5 bar liegt.

Eine gute Ölmühle presst das Olivenöl immer in Umgebungstemperatur, d.h. nie höher als maximal 27 Grad Celsius. Das ist das, was man unter kalt gepresst versteht.
Olivenöl kann man für alles verwenden. Hier in Italien wird es sogar zum Kuchenbacken genommen. Die Höchstemperatur sollte 180 Grad nicht übersteigen, was aber beim Braten und Dünsten ohnehin kaum überschritten wird. Beim Frittieren lohnt sich ein kostengünstigeres Öl.

Die Lagerung

Olivenöl kann man bis zu 3 Jahren aufbewahren, wenn es richtig gelagert ist. Das bedeutet, nie in den Kühlschrank,

Oliven und deren Öl, wichtigster Bestandteil der Küche
Oliven und deren Öl, wichtigster Bestandteil der Küche

denn da bekommt es « Flocken », die zwar wieder aufgelöst werden, aber die kalte Temperatur ist ungeeignet für Olivenöl. Am besten bewahrt man es bei einer Temperatur von ca. 18 Grad auf, das ist am besten im Vorratskeller und es muss relativ dunkel stehen. Aus diesem Grunde wird es in dunklen Flaschen verkauft.
Olivenöl ist ein Lebensverlängerer.

Die ganzen Polyphenole, die darin enthalten sind, tragen dazu bei, Cholesterin zu senken, den Blutdruck in normale Bahnen zu lenken und die « freien Radikalen », die für Krebs mitverantwortlich sind, zu blockieren. Jeden Tag ein Löffel Olivenöl hilft gegen sehr viele unserer Zivilisationskrankheiten.

Heute wird Olivenöl kaum mehr gepresst, sondern in einer Zentrifuge sehr hygienisch und etwas ergiebiger hergestellt. Das jahrtausendealte ursprüngliche Verfahren bleibt jedoch erhalten – nur eben in moderner Form.
Bitte nehmen Sie einen guten Rat an:

Kaufen Sie NIE billiges Olivenöl, denn es schadet mehr Ihrer Gesundheit als Sie sich vorstellen können. Ein gutes Olivenöl kostet immer um mindestens 10,00 € pro 0,75 l. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber auch Stiftung Warentest ist nicht allwissend.

Seitentipps

Ich habe zu diesem Thema einige gute Beiträge gefunden, in denen Sie sich noch mehr über Olivenöl informieren können :

Chefkoch
Olivenöl-Blog

Sollten Sie noch mehr darüber erfahren wollen, lesen Sie weiter in meinem Artikel der demnächst erscheint.

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