Plaudereien aus dem Nähkästchen: kleine Reiseveranstalter

Große Haie und kleine Fische – TUI & Co versus kleine Reiseveranstalter

Reisende haben die Auswahl, je nach ihren Wünschen zunächst die Entscheidung zu treffen, in wessen Hände sie

sich begeben wollen.

Offida, S. Maria della Rocca
Offida, S. Maria della Rocca

Pauschalreisende, die in erster Linie an Flug mit Hotelbuchung interessiert sind, werden auf den größten Anbieter zurückkommen, TUI oder die anderen großen Reiseanbieter. Familien mit Kindern, Leute, die kurzfristig planen müssen oder einfach solche, die im Urlaub nichts mit Kultur, Natur, u.ä. am Hut haben.

Dann folgt die lange Liste derer, die kleiner sind und bei denen sich ebenfalls Reisen weltweit finden lassen, meist auch gleich mit Reiseprogrammen, wie Gebeco oder Meiers Weltreisen, um nur zwei zu nennen.

Die kleinen Reiseveranstalter

Die letzte Gruppe bilden die kleinen und meist feinen Reiseveranstalter, deren Angebote sich in recht engem Rahmen bewegen, in Teilgebieten anstelle der ganzen Welt. Diese Anbieter, zu denen auch ich selbst zähle, sind Fachleute in und auf ihrem Gebiet. An diese Kleinveranstalter wenden sich die Reisenden, die tatsächliche Betreuung, Ausarbeitung einer Reise, sei es individuell oder für eine Gruppe, beste Organisation und optimalste Gebietskenntnis erwarten. Dieses Wissen ist entstanden durch jahrelange eigene Erfahrungen und – im besten Fall – mit Wohnsitz in dem von ihnen angebotenen Terrain.

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Der Unterschied: kleine Reiseveranstalter verbinden Menschen

Wir Kleinen können es uns nicht leisten, unsere Gäste wie Nummern zu behandeln, oder unsere Kunden schlecht und wenig informativ zu beraten. Von uns wird auch weitaus mehr erwartet als von den großen Unternehmen – und hier liegt der fundamentale Unterschied. Niemand würde tatsächlich von den Großen erwarten, dass einer ihrer Mitarbeiter sofort, ohne nachlesen zu müssen, eine Reiseroute parat hat oder über die schönsten Orte und wichtigsten Sehenswürdigkeiten erzählen kann ohne im entsprechenden Infomaterial nachschlagen zu müssen.

Ich habe viele Kolleginnen und Kollegen, deren Motiv ich kenne, warum sie sich auf ein begrenztes Gebiet spezialisiert haben. Glauben Sie mir, es unterscheidet sich in keinster Weise von meinem eigenen Grund und der ist einerseits – scheint es zumindest auf den ersten Blick – sehr trivial, andererseits beinhaltet es aber sehr viel mehr. Es ist die Leidenschaft, die Liebe zu dem Gebiet, das wir anbieten und das wir kennen – oft sogar noch besser als die Einheimischen selbst.

Der Unterschied bei dem kleinen Reiseveranstalter

Würde der vordringlichste Wunsch sein, ein Großverdiener zu werden, so gäbe es die meisten von uns gar nicht, denn oft sind es Einzelunternehmen und dies bedeutet, wir entwerfen unsere Programme selbst, organisieren alles bis ins letzte Detail und führen auch unsere Gruppen selbst. Einen Verdienst jedoch haben wir, um den uns auch viele beneiden, wir befinden uns an den schönsten Orten

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Leidernschaft und eine ausgezeichnete Ortskenntnis findet sich bei kleinen Reiseveranstaltern

und unser Arbeitsplatz ist dort, wo andere Urlaub machen.

Zurück zur Leidenschaft. Diese alleine genügt nicht.
Es muss neben dem fundierten Wissen auch das Gefühl dafür vorhanden sein, was den Gästen Spaß macht und interessant ist. Dabei sind außergewöhnliche Unternehmungen oder Erlebnisse ebenso wichtig, die leichter spezialisierte kleine Veranstalter anbieten können. Sie kennen bestens ihr Gebiet und somit natürlich auch Besonderheiten, die man nur finden kann, wenn man meist oder immer selbst an Ort und Stelle ist und die entsprechenden Kontakte hat.

Der Reiseveranstalter, dem die Leidenschaft fehlt

Interessant ist vielleicht auch noch zu wissen, dass die Mehrzahl der Spezialisten eigentlich gar nicht aus dem Tourismussektor kommt. Da wären wir wieder bei der Leidenschaft, die dazu führt, einen ganz anders gearteten Beruf aufzugeben, um das zu verwirklichen, was uns fasziniert hat und wir teilen möchten.

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wunderschöne Naturschauspiele, hier am Albaner See

Auch ich gehöre in diese Sparte, denn als ich vor 17 Jahren zum ersten Mal in den Marken war hat mich diese Region so sehr begeistert, dass ich mein gesichertes Berufsleben und überhaupt alle Sicherheiten aufgab, um dieses paradiesische Fleckchen Erde auch anderen nahe zu bringen. Die vielen Erkundungstouren, die notwendig waren, da es kein Infomaterial oder Reisebücher über die Marche gab und es immer wichtig ist, sich alles selbst anzusehen, haben mich immer mehr in meiner Entscheidung bestärkt.

Es wäre eine Lüge zu behaupten, ich hätte keine Fehler gemacht oder alles Wissen in kürzester Zeit erworben. Allerdings bekam ich unerwartet eine großartige Hilfestellung in meinem jetzigen Lebensgefährten Pietro, ohne den ich sicher länger gebraucht hätte, um nun unseren Gästen die Faszination des unbekannten Italiens präsentieren zu können.

Zum Abschluss noch ein wichtiger Punkt: ich habe beim Reiseangebot ausarbeiten meine eigene Philosophie:
Stelle eine Reise immer so zusammen, dass du sie selbst auch gerne machen möchtest.

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