Städte der Marken – wie Brillanten

Die Städte der Marken sind wie Brillanten

Was haben Edelsteine mit den Marken zu tun?

Vielleicht haben Sie festgestellt, dass ich bei meinen Beschreibungen die einzelnen Themen immer mit Edelsteinenvergleiche. In der Tat ist diese Region so unglaublich voll von Schönheiten, egal ob es sich um Kultur, Kunst, Natur oder Essen und Trinken handelt, dass mir der Vergleich mit Edelsteinen in den Sinn kam.

Kunst und Geschichte – Ascoli Piceno

Ascoli Piceno und seine Piazza del Popolo
Ascoli Piceno und seine Piazza del Popolo

Ganz aus Travertinstein gebaut, strahlt Ascoli Piceno, die „Stadt der Hundert Türme“, warm im Sonnenlicht. Auf halber Strecke zwischen Meer und Gebirge präsentiert diese zauberhafte Stadt eine Fülle an Kulturgütern. Angeblich sogar älter als Rom wurde zumindest seine Geschichte zu einem Teil von den Römern geschrieben.

Wenn man einen Römer richtig ärgern will reicht ein einfacher Satz, auf den die Marchigianer oder besser gesagt in erster Linie die Ascolaner stolz sind. Das Gute daran ist, er entspricht sogar der Wahrheit: Ascoli war schon eine Stadt als Rom noch eine Schafweide war.

Ein unvergesslicher Anblick für den Besucher ist „das Wohnzimmer“ Ascoli Picenos, die Piazza del Popolo. Wie für eine Theateraufführung erstellt, prunkt dieser heitere Platz mit der gotischen Kirche S. Francesco, dem Palazzo dei Capitani und malerischen Bogengängen, die den Geschäften eine harmonische Fassade verleihen.

Das Jugendstil-Cafe Meletti und seine Spezialität, der Anisetta
Das Jugendstil-Cafe Meletti und seine Spezialität, der Anisetta

Das strenge Gegenteil zur Piazza del Popolo liegt kaum 100 m entfernt, die Piazza Arringo. Hier dominieren der Dom des Hl. Emidio und der Palazzo dell’Arrengo das Gesamtbild. Verlässt der Besucher diese zentralen Plätze findet er sich in malerischen „Ruas“, wie die kleinen Sträßchen in Ascoli genannt werden, wieder, jeder Stein davon kann die alten Geschichten vergangener Zeiten erzählen in einer Stadt, deren Herz aber jung geblieben ist.

 Die Städte der Marken: Reichtümer von Fermo

Fermo, Piazza del Popolo
Fermo, Piazza del Popolo

Die neben Ascoli Piceno wichtigste Stadt, Fermo, wartet mit architektonischen Reichtümern auf, die ebenfalls von wechselvollen Zeiten erzählen. Auch hier haben die Römer und später vor allem die Kirche ihre Zeichen hinterlassen. So treffen Sie auf die Zisternen, eine großartige Anlage an Wasserreservoir aus dem Jahr 100 n.Chr., dem ersten „Wasserleitungssystem“ der damaligen Zeit, auf den die Stadt überragenden Dom auf dem Girfalco-Hügel, auf ein liebevoll gestaltetes Theater und eine Piazza mit prächtigen Palazzi.

In einem davon, im Palazzo degli Studi ist eine der zehn wichtigsten Bibliotheken Italiens untergebracht. Fast Ehrfurcht erregend stehenhier die nach Kampfer duftenden, gewichtigen, wissenschaftlichen Bücher aus dem 17. Jahrhundert, die große Weltkugel spiegelt das damalige Wissen über die Länder wider. Eine Stadt der Wissenschaft und Kultur, sowohl in der Vergangenheit als auch im 21. Jahrhundert. Ein Ort der Palazzi und noblen Villen, umgeben von der lieblichen Landschaft der Hügel.

Offida

P1020080Wie die wertvollen, feinen Klöppel-Arbeiten, die Offida so berühmt machen, präsentieren sich die filigranen Bauwerke um die harmonisch angelegte Piazza des Städtchens. Die Ziegelsteinbauweise vermittelt den Eindruck von Wärme und heiterer Gelassenheit.

Das große Staunen beginnt jedoch ein Stückchen weiter, die kleinen Straßen entlang durch den historischen Kern des Ortes, in denen die Zeit angehalten zu sein scheint.

Nahezu unvermittelt eröffnet sich ein grandioser Anblick auf die Kirche S. Maria della Rocca. Am Rande eines Steilhügels ragt sie wie ein Zeichen von Unvergänglichkeit gegen den Himmel. Nicht weniger beeindruckend die Krypta und der eigentliche Kirchenraum, die viele Geschichten erzählen können. Manche davon lassen sich sogar „nachlesen“ an den Wänden dieses grandiosen Gebäudes.

Der Legende nach bewacht hier eine goldene Schlange, griechisch ophis, einen großen Schatz. Der Name Offida wurde aus dieser Geschichte abgeleitet und so kommt es auch, dass wir in Offida oft dem Namen „serpente aureo“, goldene Schlange begegnen.

 Acquaviva Picena

Herbst bei Acquaviva
Herbst bei Acquaviva

Ein Bollwerk unweit der Küste ist Acquaviva Picena, mit der größten Festung der Südmarche. Schon von weit hin sichtbar demonstriert diese „rocca“, die ihre Ursprünge bereits im Jahr 1000 oder eventuell noch früher hat, Stärke und Uneinnehmbarkeit.

Wer sich die Mühe macht, die Stufen des „torrone“, des majestätischen Turms, zu erklimmen, wird belohnt mit einem Panorama, das diese von Harmonie geprägte Region mit einer einzigen Drehung völlig umfasst. Das Meer, die Hügel, das Gebirge – die Marche liegt Ihnen zu Füßen. Das kleine Städtchen selbst liegt eingebettet in diese Festungsanlage, idyllisch und heiter.

  Ripatransone

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Ausblick von Ripatransone

Ein „Balkon der Marche“ ist das Städtchen Ripatransone. Ebenso wie Acquaviva Picena gewährt es dem Besucher an klaren Tagen einen traumhaften Ausblick.

Wie die meisten Orte unserer Gegend wurde auch Ripatransone auf dem Rücken eines Hügels errichtet. Fast versteht es sich von selbst, dass seine Geschichte weit mehr als tausend Jahre alt ist. Wer gerne nachprüfen möchte, ob die gute Küche bereits ihre Spuren hinterlassen hat, der kann dies in der engsten Gasse Italiens mit 38 cm Breite kontrollieren!

 Montefortino

Wie hingegossen an den Berghang liegt das Städtchen Montefortino in den Sibillinischen Bergen. Seine Häuser, alle gut mehrere Jahrhunderte alt, die engen Gässchen – hier bewegt sich der Besucher in einer Zeit, die eigentlich„zeitlos“ geblieben ist.

Montefortino in den Sibillinen
Montefortino in den Sibillinen

Wer hier die Tausende von Schwalben am azurblauen Himmel beobachtet, in unmittelbarer Nähe die höchsten Gipfel der Sibillinen, nicht bedrohlich, wie Berge im Hochgebirge leicht erscheinen mögen, sondern einladend, für denjenigen sind die Minuten und Stunden ein wenig stehen geblieben. Der so überzogen klingende Ausdruck „die Seele baumeln lassen“ gewinnt hier eine ganz andere Form.

Fast ist man versucht zu fragen, wie sich in diesem verträumten Städtchen vor fast 900 Jahren ein wichtiges Zentrum des Textilhandels befinden konnte und wie eine wundervolle Pinakothek gerade hier entstand und Kunstwerke  beherbergt, die niemand hier, in der Abgeschiedenheit der Berge, vermutet.

Demnächst lernen Sie weitere interessante Städtchen und Städte der Marken hier kennen

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