Die bunte Tierwelt der Marken

Paradies für Naturliebhaber – Fliegende Schönheiten

Schmetterling küsst Blume
Schmetterling küsst Blume

Nicht nur die Pflanzenwelt der Sibillinen ist ein El Dorado für Naturliebhaber. Die bunte Tierwelt ist ebenso vielfältig und beheimatet selten gewordene Vögel.

Gar nicht selten sieht der Wanderer einen der hier nistenden Steinadler. Allein schon am Monte Sibilla haben zwei Adlerpärchen ihr Refugium.

Man kann  den Flug der Bussarde und verschiedenen Falkenarten beobachten, und deren gibt es viele. Rötelfalken, Wanderfalken, Sperber, u.v.m. In den Wäldern stört man ab und zu einen der verschiedenen Spechtarten, wie Grün-oder Buntspecht.  Die Nachtigallen stehen in der Luft und die Schmetterlinge tanzen um die reiche Blütenpracht.

Der Wiedehopf lässt sich auf freiem Feld und gelegentlich sogar in meinem Garten betrachten. Wer viel Glück hat, der sieht einen sehr, sehr seltenen Vogel, den Cruccione, den Bienenfresser, mit einem Gefieder, bunt wie das eines Papageis. Diese Vögel erreichen nur Südeuropa und brauchen ein bestimmtes Ambiente um zu nisten.

Die Tierwelt der Marken: Eine kleine Legende

An dieser Stelle möchte ich eine Legende erzählen, die mit dem Bienenfresser verbunden ist.

Bienenfresser, Harlekin der Vogelwelt
Bienenfresser, Harlekin der Vogelwelt

Als Gott die Vögel mit buntem Gefieder ausgestattet hat, kam der Bienenfresser zu spät. Er war natürlich sehr traurig, dass seine Federn ohne Bemalung bleiben sollten. Gott hatte aber ein Einsehen mit dem armen Tropf und nahm die restlichen Farben alle für sein Gefieder. So kam es, dass er nun der Harlekin unter den Vögeln ist.

Für mich selbst ist er mein „Glücksvogel“. In jedem Jahr, wenn ich zum ersten Mal wieder den Cruccione sehe, der aus Afrika zurückgekehrt ist, weiß ich, nun ist endlich wieder Frühling.

Die etwas größeren Tiere

Teiche von Accumoli
Teiche von Accumoli

Schwer zu beobachten, aber gar nicht so selten sind die Wölfe. Sie lebten immer in den hiesigen Bergen, aber vor der Gründung des Nationalparks war ihre Zahl sehr dezimiert . In den letzten Jahren war ihre Vermehrung sehr gut und wir müssen nicht mehr um ihr Überleben fürchten.

Wenn nun die Frage nach der „Wolfsgefahr“ aufkommt: es sind sehr scheue Tiere, die um Menschen einen großen Bogen machen. In 15 Jahren habe ich nur ein einziges Mal einen Wolf aus einer Entfernung von ca. 500 m gesehen. Häufiger aber die Reste ihrer Mahlzeiten. Auch Wölfe müssen von etwas leben und so kommt es, dass schon hie und da ein Kälbchen oder ein Schaf zu ihrer Mahlzeit wird. Meist sind es kranke oder schwache Tiere, die ihnen dann zum Opfer fallen.

Die Siebenschläfer verbergen sich normalerweise vor den Augen der Menschen, aber ab und zu bekommt man sie

fotogener Siebenschläfer
fotogener Siebenschläfer

doch zu sehen. Mir ist es nur einmal passiert, dass ein Siebenschläfer sich richtig in Pose gesetzt hat – zur Freude meiner Wandergruppe. Offenbar fand er es richtig toll, fotografiert zu werden und blieb auch minutenlang an „seinem“ Baum sichtbar, bevor er sich wieder zurückzog.

Ebenso wie die Wölfe zeigen sich die Wildkatzen nur sehr selten. Auch sie sind extrem scheue Tiere. Während einer Wanderung mit einer Reisegruppe begann mein Hund unter einem Baum wie ein Wahnsinniger zu bellen. Ich sah am Stamm eine Katze hängen, zumindest glaubte ich das. Verwundert darüber, mitten im Wald eine vermeintliche Hauskatze zu sehen erntete ich das Gelächter meines Lebensgefährten Pietro, der hier in den Sibillinen aufgewachsen ist. Ob

ich denn nicht gesehen hätte, dass die vermeintliche Katze nur einen Stummelschwanz hat und für eine normale Katze doch etwas zu große Dimensionen habe. In der Tat, klein war sie nicht und mein Hund Dick konnte froh sein, dass sie beim Absprung nicht auf seinem Rücken landete.

Stachelige und giftige Bewohner

Als ich meinem Vater zum ersten Mal den Stachel eines Stachelschweins zeigte, wollte er es mir nicht glauben, dass diese Tiere bei uns sehr oft vorkommen. Tatsächlich findet man sehr viel häufiger nur ihre Stacheln als ein Tier selbst. Das ist auch gut so, denn Stachelschweine haben die unangenehme Eigenschft, dass bei Berührung die Stacheln sich tief in die Haut eingraben und nicht mehr herauszuziehen sind, ohne dass man medizinische Hilfe in Anspruch nimmt. Sie haben einen Widerhaken und bleiben in der Haut stecken.

Immer wieder werde ich danach gefragt, wie es mit Schlangen bestellt wäre. Natürlich haben wir auch Schlangen, wovon aber nur zwei Arten giftig sind, die Äskulapviper und die Orsini-Viper. Wie alle europäischen Schlangen sind

Viper beim Sonnenbad
Viper beim Sonnenbad

diese nur sehr bedingt gefährlich für Menschen, denn bei Trittstärke verschwinden sie sofort im Gebüsch. Sollte es doch einmal dazu kommen, gebissen zu werden, so sollte man das beim Arzt ansehen lassen, tötlich ist kein Biss, nur schmerzhaft und mit einer Schwellung verbunden.

Sehr häufig begegnen einem die großen schwarzen Schlangen, die schon von der Größe her beeindrucken. Exemplare mit 1,50 m Länge sind keine Seltenheit. Es sind die Schwarznattern, die keiner Fliege etwas zu Leide tun. In meinem Garten wohnt eine, aber wir begegnen uns fast nie…

Eine kleine Begegnung – Selbsterfahrung

Mit „meiner“ Schwarznatter hatte ich eine sehr ungewöhnliche Begegnung. Da ich in einem Haus lebe, das mehr MINOLTA DIGITAL CAMERAFestung als Haus ist, entstanden 1450, hat dies natürlich auch keine geraden Außenmauern sondern besteht aus unverputztem Stein. Meinen Schreibtisch habe ich direkt an meinem Wohnzimmerfenster stehen, das mit Fliegengitter gegen eventuelle Stech-und andere Mücken gesichert ist. Dieses Fliegengitter hatte ein Loch in einer unteren Ecke.Es war Hochsommer und alle Fenster standen offen.

Ich war vertieft in meine PC-Arbeit als ich das Gefühl hatte, beobachtet zu werden. Ich blickte auf und sah vor mir meine „Hausbewohnerin“, die Schwarznatter. Sie saß auf meinem Fensterbrett und war sichtlich genauso verwirrt wie ich. Nun bin ich Gottlob nicht ängstlich was Schlangen oder anderes Getier betrifft. Ich überlegte nur blitzschnell, wie ich die nicht gerade kleine Schlange wieder aus meiner Wohnung befördern könnte, wenn sie erst einmal den Sprung vom Fensterbrett in den Raum machen würde. Dies erwies sich aber als unnötig, denn im Bruchteil einer Sekunde schnellte sie herum und verschwand wieder durch das Loch im Fliegengitter. Nebenbei bemerkt, das Wohnzimmer befindet sich im ersten Stock…

Lebende Insektenfallen

Mit Ausnahme der kalten Tage sind Geckos unterwegs, die liebend gerne Insekten verspeisen. Meist ist es eine ganze

Schafe in den Sibillinen
Schafe in den Sibillinen

Gecko-Familie, die ihren Wohnsitz nimmt. Bei mir lebt eine ziemlich große Familie und es ist zauberhaft im Sommer

am Abend im Garten zu sitzen und diese Familie an der Hausmauer zu beobachten. Wie schon bemerkt hat meine Hausmauer sehr viele Löcher, so dass die Geckos einen ungestörten Wohnsitz gefunden haben.

Wie überall im Süden sind natürlich die Salamander überall anzutreffen. Der Star unter den Eidechsen ist aber die Smaragdeidechse. Mit ihrem wunderschön schillernden Türkis ist sie einfach eine Augenweide. Leider kommt sie nicht so häufig vor wie die normale Ausführung.

Gar nicht selten, aber immer wieder schön anzusehen sind die Schafherden, die schon mal die ganze Straße für sich beanspruchen und natürlich Vorfahrt haben. Ich liebe diesen Anblick und es macht mir nichts aus, die Schafe erst einmal passieren zu lassen. Solange die Schafe und alle anderen Tiere so ungestörten

bei den Teichen von Accumoli
bei den Teichen von Accumoli

Lebensraum haben, so lange werden die Marken auch ein Paradies bleiben.

Ein Bild bleibt meinen Gästen immer in lebendiger Erinnerung. An der Grenze zu Umbrien gibt es die „kleinen bunten Teiche“. Wir richten unsere Wanderung immer so ein, dass wir dort um die Mittagszeit ankommen. Dann kommen  von den Hügeln die Pferde und die Rinder zum Trinken zusammen. So kann es leicht sein, dass man sogar einige hundert Tiere dort versammelt sieht.

Natürlich legen sie auf ungestörte Mittagsruhe großen Wert und so bleiben sie jeder für sich, die Pferde und die Rinder. Sie führen hier ein wirklich glückliches Leben, denn sie bewegen sich frei und nur einmal in der Woche kommen die Besitzer um nach dem Rechten zu sehen. Es ist sicher keine Übertreibung zu sagen, wenn man ein Paradies erschaffen müsste, wären die Marken das richtige Vorbild!

 

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